Running Point Online Laufshop: Laufschuhe, Kleidung, Zubehör Direkt zum Inhalt
Woman trail runner cross country running up to winter snow mountain top

Wintercross: Tipps für den ersten Wintercrosslauf!

Wenn der Boden knirscht, der Atem in kleinen Wölkchen gefriert und sich Nebel wie ein Schleier über die Felder legt, beginnt für manche Läufer und Läuferinnen die schönste Zeit des Jahres: die Wintercross-Saison. Kein Asphalt, keine wohltemperierten Hallen – stattdessen Matsch, Steigungen, Laub, Kälte. Wintercross ist nichts für Schönwetterläufer. Es ist der Sport in seiner rohesten Form. 

Was genau ist Wintercross?

Wintercross ist eine Disziplin des Crosslaufs, bei der die Bedingungen durch die Jahreszeit besonders herausfordernd werden. Gelaufen wird auf unbefestigten Wegen: Waldpfade, Wiesen, Hügel, gelegentlich auch über Schnee oder vereisten Untergrund. Strecken sind meist zwischen 6 und 12 Kilometern lang – nicht weit, aber durch den Untergrund extrem kräftezehrend. 

Während im Sommer Trailrunning lockt, ist der Wintercross der kalte Gegenpart nur kürzer, schneller und schmutziger. Oft handelt es sich um Rundenkurse mit natürlichen Hindernissen – Wurzeln, steile Anstiege, rutschige Kurven. Jeder Schritt fordert Konzentration. Jeder Kilometer ist ein kleines Abenteuer. 

Warum ist Wintercross so beliebt?

Kraft & Technik

Durch das anspruchsvolle Gelände wird nicht nur Ausdauer, sondern auch Trittsicherheit, Reaktionsvermögen und Rumpfstabilität trainiert. 

Mentale Stärke

Wer bei Wind und Matsch durchzieht, stärkt nicht nur den Körper, sondern auch den Willen. Wintercross ist ein Charaktertest.

Abwechslung

Während andere im Studio auf dem Laufband schwitzen, entdecken Crossläufer und Crossläuferinnen Wälder, Felder und Landschaften im Winterkleid. 

Wettkampfvorbereitung

Viele ambitionierte Läufer und Läuferinnen nutzen Wintercross-Rennen als Grundlagentraining für die kommende Saison. 

Ausrüstung: Was du brauchst, wenn du auf den Winterpfad willst?

Ein Crosslauf im Dezember ist nicht nur eine Frage der Fitness – auch die Ausrüstung entscheidet, wie gut du den Lauf meisterst: 

Trailrunning-Modelle mit griffiger Sohle oder Cross-Spikes, wenn’s richtig rutschig wird. 

Funktionsschichten nach dem Zwiebelprinzip. Thermoshirt, Laufjacke mit Windschutz, Tights. 

Leichte Mütze oder Stirnband, Handschuhe und bei matschigem Untergrund Gamaschen. 

Extra: Wechselklamotten und ein Handtuch im Ziel sind Gold wert – denn beim Wintercross wird man nicht vielleicht dreckig, sondern ganz sicher. 

Training für Einsteiger

Wer noch nie im Gelände gelaufen ist, sollte es langsam angehen lassen. Beginne mit Techniktraining im Park oder Wald – bei Tageslicht und auf bekannten Routen. Diese Elemente helfen beim Einstieg: 

  • Kurze Schritte & aufrechter Oberkörper: Auf unebenem Untergrund geben kleine Schritte mehr Kontrolle. 
  • Lauf-ABC im Gelände: Hüpfen, Anfersen, Kniehebelauf – trainieren Balance und Koordination. 
  • Treppen- und Bergläufe: Bauen Kraft und Lungenvolumen auf. 
  • Core-Training: Stabilisiert die Körpermitte und schützt vor dem Umknicken. 

Schon nach wenigen Wochen wird sich zeigen: Der Körper gewöhnt sich schnell – und liebt die neue Herausforderung. 

10 Tipps für deinen ersten Wintercross

Du willst raus aus der Komfortzone und rein ins Gelände? Großartig! Ein Wintercross ist mehr als nur ein matschiger Ausflug – es ist eine Erfahrung, die dich fordert, aber auch unglaublich stolz macht. Damit dein erster Lauf im kalten Gelände nicht zum frostigen Frust wird, hier die wichtigsten Tipps: 

1. Wähle den richtigen Kurs für den Einstieg

Starte mit einem kürzeren Rennen (6–8 km) auf moderat anspruchsvoller Strecke. Viele regionale Events bieten Einsteiger-Distanzen mit weniger Höhenmetern – perfekt, um reinzukommen. 

2. Laufschuhe mit Grip sind Pflicht

Normale Straßenschuhe reichen nicht aus. Investiere in gute Trailrunning-Schuhe mit tiefem Profil oder verwende Cross-Spikes, wenn es richtig matschig oder eisig wird. Deine Gelenke werden es dir danken. 

3. Trage Kleidung im Zwiebelprinzip

Atmungsaktive Funktionskleidung in mehreren Schichten hält dich warm – ohne dich zu überhitzen. Achte besonders auf windabweisende Jacken, eng anliegende Thermoshirts und eine warme Mütze oder Stirnband. 

4. Aufwärmen ist im Winter Pflicht

Ein müder Körper ist verletzungsanfälliger – besonders bei Kälte. Laufe dich mindestens 10–15 Minuten locker ein, mache Lauf-ABC und ein paar Mobilisationsübungen. Warm starten = sicher laufen. 

5. Kurze Schritte statt Heldentempo

Im Gelände gilt: Je unberechenbarer der Boden, desto kleiner und präziser die Schritte. Große, kraftvolle Bewegungen kosten zu viel Energie und erhöhen das Sturzrisiko. 

6. Nimm den Rhythmus des Geländes an

Beim Crosslauf gibt es selten gleichmäßige Splits. Mal geht es bergauf, mal durchs Matschfeld, dann über Wurzeln. Versuche nicht, deine Straßenlauf-Pace zu halten – sondern fließe mit dem Terrain. 

7. Fokussiere dich – besonders bergab

Wenn es rutschig wird, helfen ein aktiver Blick auf den Boden und Körperspannung. Bergab lieber leicht bremsen, Gewicht mittig über dem Fuß halten und nicht ins Hohlkreuz kippen.

8. Pack Wechselklamotten ein

Nach dem Lauf bist du nass – von außen oder innen. Wechselshirt, frische Socken, trockene Jacke und ein Handtuch retten dich vor dem Auskühlen und machen den Rest des Tages angenehmer. 

9. Trinken nicht vergessen – auch im Winter

Kälte dämpft oft das Durstgefühl, aber du schwitzt trotzdem. Trinke bereits vor dem Lauf ausreichend und nimm bei längeren Distanzen (oder hoher Belastung) ein Getränk mit – oder nutze die Verpflegungspunkte. 

10. Genieße das Erlebnis – nicht nur die Zeit

Beim ersten Crosslauf geht es nicht um Bestzeiten, sondern ums Ankommen, ums Erleben und darum, aus der Komfortzone zu treten. Sei stolz auf dich, egal wie dreckig du im Ziel bist – denn genau darum geht’s. 

Events & Rennen: Wo du deine Cross -Laufschuhe im Winter ausführen kannst

In ganz Deutschland finden zwischen November und März Wintercross-Läufe statt – vom Volkslauf bis zur Deutschen Meisterschaft. Ein paar Highlights: 

Ismaninger Winterlaufserie (Bayern) – beliebt bei ambitionierten Hobbyläufern und -läuferinnen. 

Foto: Pawel Richter

Alb-Gold Winterlauf-Cup (Baden-Württemberg) – mit frostiger Kulisse und familiärer Atmosphäre über vielfältige Strecken für jedes Niveau.

Foto: Benjamin Lau / bela-sportfoto.de

Fazit: Draußen. Hart. Gut.

Wintercross ist mehr als ein Trend – es ist eine Rückbesinnung. Auf das Wesentliche. Auf Bewegung, Herausforderung und das pure Gefühl, draußen zu sein, wenn andere drinnen bleiben. Wer einmal in klirrender Kälte über ein frostiges Feld gelaufen ist, mit matschigen Beinen und einem Lächeln im Gesicht, der weiß: Hier geht es nicht nur um Pace. Es geht um Haltung. 

passende Beiträge